Winterrallye Steiermark - PSV-Linz Motorsport

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Winterrallye Steiermark

BERICHTE > 2015

Beim November Clubabend kamen Daniel und Roland auf mich zu und fragten mich, ob ich bei einer Winterrallye mitmachen möchte. Ich sagte, dass ich Grundsätzlich Interesse hätte, aber die Vernunft mir sagt, dass es besser ist, keine Rallye zu fahren. Darauf sagte mir Roland, dass es keine normale Rallye sei, sondern eine Oldtimerrallye. Roland erklärte, dass er vor zwei Jahren bereits einmal mit gefahren war und es sehr viel Spaß gemacht hatte. Leider müsse er am Freitagabend zum Debütanten Ball seines Sohnes und kann somit am Freitagnachmittag nicht selbst fahren. Daher hat er an mich gedacht, dass ich an seiner Stelle fahren könnte. Er stellte sich vor, dass ein Fahrzeug den Rennen fahren sollte, und ein zweites Fahrzeug das Betreuerfahrzeug wäre. Sie brauchten nicht sehr lange, um mich im Team zu haben. Somit war das Team komplett; Roland, Christian A, Daniel und meine Wenigkeit.

Autor: Alfred FISCHER

Beim Dezember Clubabend hatte Roland die alten Unterlagen mit und zeigte wie das Navigieren funktioniert. Wir haben beschlossen, dass es vernünftig wäre, einmal an einem Sonntag im Mühlviertel zu trainieren. Die Vorarbeiten wurden von Roland, Christian und Daniel bestens gemeistert und das Fahrzeug war in absoluter Perfekten Zustand. Am Sonntag den 4.1. trafen wir uns bei Roland und fingen gleich mit der Ausarbeitung der Strecke an. Nach ca. einer Stunde ging es mit zwei Renault 5 ins Mühlviertel nach Bad Leonfelden, wo wir beim Kurhaus den Start vorgaben. Wir hatten ein Ideales Wetter für ein Winterrallyetraining > Schnee und Schneefahrbahn <. Das erste Auto fuhr um 5 Minuten früher weg als das nächste, damit wir uns nicht an den Vordermann orientieren konnten. Kurz und gut, es verlief alles sehr gut und wir kamen gegen 17:00 Uhr wieder zurück und hatten alle einen „ mords Grinser „ auf gesetzt. Es hatte uns enorm Spaß gemacht.


Mit großer Vorfreude erwarteten wir den Beginn der Winterrallye 2015.

Am Donnerstag den 8.1. reisten wir mit unseren Fahrzeugen nach Leoben, von wo aus die Rallye gestartet wurde. Am Abend traf man sich mit den anderen Teilnehmern und tauschte Geschichten und Erfahrungen aus. Gegen 23:00 Uhr war für mich Bettruhe angesagt und wir verabschiedeten uns. Am nächsten morgen gegen 6:30 Uhr ging der Wecker ab, und der Tag begann. Duschen, Frühstücken, Fahrzeug vorbereiten und checken, Fahrerbesprechung. Alles lief nach Plan, relativ ruhig, allerdings doch mit einem etwas erhöhten Pulsschlag, hatten wir doch am Vorabend etliche wilde Geschichten von den anderen Teilnehmern gehört.  Endlich, eine Stunde vor Start bekamen wir das Roadbook. Wir teilten es in zwei Teile, damit wir alle daran arbeiten konnten. Mit verschiedenen Farben hatten wir die Strecke markiert, welche wir fahren wollten.


Gegen 13:15 Uhr gingen Christian und ich zu unserem Auto und starteten, schnallten uns an und fuhren zum Vor Start. Es wurde im 1 Minutentakt gestartet. Jetzt waren wir dran. Christian fuhr, ich navigierte. Gar nicht so einfach, in so einem kleinen, lauten Auto. Aber es funktionierte eigentlich gleich sehr gut und wir kamen zu den ersten Kontrollen immer in der richtigen Zeit an.

Wir fuhren auf Straßen, auf Güterwegen und Wegen, wo man normaler Weise nur noch mit dem Traktor unterwegs ist.  Auf einem dieser Wege sind wir von unserem Vordermann gestoppt worden und dieser hat uns erklärt, dass da am Hang ein paar Autos hängen und sie jetzt Ketten anlegen würden. Auch wir legten nach kurzer Überlegung die Ketten an. Endlich ging es weiter, und es war gut das die Kettendrauf waren. Plötzlich wieder stillstand. Ich stieg aus, ging ein paar Schritte nach vorne und sah ca.20 Autos vor uns stehen. Es war ein Lifthäuschen und ein Schlepplift ging dort weg. Das war aber nicht der Grund für den Stopp, sondern es gab einfach ein paar Fahrer, die meinten, dass ein Hecktriebler keine Ketten brauche und natürlich hängen blieben. Ein großer Traktor hat ca.6 – 7 Autos hinauf geschleppt bis dann eben der ganze Tross wieder in Bewegung kam. Oben angekommen, nahmen wir gleich wieder die Ketten runter und es ging auf der Schneefahrbahn wieder Richtung Tal. Im Verlauf der Strecke standen immer wieder irgendwelche Teilnehmer und nahmen die Ketten erst jetzt runter.

Dann ging es eigentlich ruhig weiter bis wir uns mit Daniel trafen, wo wir einen Fahrerwechsel vornahmen. Jetzt war ich Fahrer und Daniel Copilot. Auch dieser Teil der Strecke war ohne größere Probleme zu meistern. Beim nächsten Fahrerwechsel fuhr Daniel weiter und ich war Copilot. Mittlerweile war es schon ziemlich dunkel und es regnete wie aus Kübeln oder ein paar Meter weiter oben schneite es extrem stark. Bei einem Streckenabschnitt verlor ich die Orientierung und wir fuhren im tiefsten Wald ( wie Hänsel & Gretel ). Es wurde der Waldweg zum gesperrten Forstweg, plötzlich lagen Bäume am Wegrand, die Arbeitsmaschinen von den Forstarbeitern standen am Wegrand und es wurde immer unwegsamer, bis der Schnee zu tief wurde und ich feststellen musste, dass außer uns hier sicher schon länger keiner mehr gefahren ist. Also umkehren und zum Ausgangspunkt zurück.

Nach einem weiteren Fahrerwechsel fuhr wieder ich mit Christian. Wir liefen auf einen Saab auf und fuhren hinter diesem einen Waldweg hinunter. Leider überschätzte ich die Haftung der Spikes auf sehr nassem Schnee, und so kam es, dass das Auto in einer links Kurve einfach Gerade aus wollte, wo wir allerdings nicht hin wollten. Und so kam es, dass wir im Graben steckten. Christian hat mich dann doch gerade noch herausschieben können, aber es war absolut an der Grenze, da wir bereits auf der Bodenplatte aufsaßen. Mit etwas mehr Vorsicht ging es weiter und mit Daniel als Copilot erreichten wir gegen 0:00Uhr, mit einer Stunde Verspätung das Ziel in Leoben am Hauptplatz. Als wir die Unterlagen für den einen Tag abgeben hatten, setzte ich mich zu Christian und bemerkte erst jetzt, dass ich außer dem Frühstück, nichts gegessen und nichts getrunken habe. Also bestellte ich mir einen Radler und Christian ein Bier. Ich ging noch und holte mir einen Teller Suppe. Als ich zurück kam standen die beiden Gläser auf unseren Plätzen, allerdings vertauscht, und so trank ich das Bier (ging ordentlich in den Kopf) und Christian den Radler. Um 1:00 Uhr lag ich im Bett und schlief sofort ein.

Am Samstag um 6:30 Uhr ging schon wieder der Wecker runter und der Tag begann auf`s neue, allerdings um 9:00 Uhr der Start. Roland war in der Zwischenzeit auch wieder zu uns gestoßen und fuhr mit Christian gleich den ersten Törn. Daniel und ich fuhren direkt zum vereinbarten Treffpunkt, über den Rechberg auf die Teich Alm. Dort warteten wir auf das eintreffen von unserem Rallyeauto. Extremer Wind veranlasste mich, im Wagen sitzen zu bleiben, da ich nicht einmal die Tür öffnen konnte. Nachdem Fahrerwechsel fuhr Roland weiter und ich war wieder Copilot. Durch den starken Wind wurden wir im Auto ordentlich durchgeschüttelt und es lagen sehr viel Äste auf der Straße. Wir fuhren mit ca. 80 Km/h neben einem Waldstück, als plötzlich vor uns ein Baum aus dem Wald heraus fiel. Ich konnte im Roland nur noch zu rufen: "Achtung Baum!" Im gleichen Moment machte es schon einen mächtigen Rumpler und wir fuhren über den Baum drüber. Der Baumwipfel erwischte unser Auto genau in der Höhe von den Zusatzscheinwerfern. Wir blieben nicht stehen, machten während der Fahrt die ersten Test und stellten fest, dass nichts Schlimmes kaputt sein konnte, da das Auto geradeaus lief, und auch sonst keinerlei Geräusche machte. Bei der nächsten Kontrolle wurden wir Informiert, das verschiedene Strecken gesperrt waren und die eine oder andere Prüfung ausfiel. Beim nächsten Fahrerwechsel fuhren Christian und Daniel weiter und Roland und ich fuhren zurück nach Leoben. Dort angekommen fuhr ich nach Linz zurück, während Roland auf die anderen wartete und am Abend gemeinsam zur Siegerehrung gingen.

Wir erreichten den ausgezeichneten 11. Platz von 31 gestarteten Fahrzeugen. Zum Abschluss möchte ich mich bei Roland, Christian und Daniel bedanken, für die tolle Vorbereitung, die gute Zusammenarbeit und die tolle Kameradschaft an diesem Wochenende.

Wenn ich die Möglichkeit habe, werde ich 2016 sicherlich wieder dabei sein.

Euer, doch etwas erschöpfter, Fredi

 
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05.12.2016
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